Fundstücke

Warten bis es zu spät ist

Die Digitaltechnik ist nur ein Intermezzo. In spätestens 20 Jahren werden wir sicher mit anderen Technologien fotografieren. Aber den Film wird es dann immer noch geben.

(2005, Leica-Chef Hanns-Peter Cohn)

Sätze wie diese taugen für einen Leitfaden für Prokrasteniker. Titel: „Warten bis es zu spät ist“

Der Harvard-Professor Clayton Christensen hat das Zitat von Cohn in sein wunderbares Wirtschafts-Buch „Innovator’s Dilemma“ aufgenommen und fasst die komplette Problematik in einem Satz zusammen: „Ein unscharfes Bild von der Marktentwicklung verführt zum Warten, oder: Warten bis es zu spät ist“.

4 Gedanken zu „Warten bis es zu spät ist

  1. „…und so verfiel Dornröschen in ihren Schlaf. Und wäre nicht der Prinz vorbeigekommen, so hätten alle noch gebenchmarkt und KPIs gemessen.“ Jeder wartet, bis er einen klaren Blick auf eindeutige USPs erhält. Einige probieren es einfach aus, einer davon schafft es und zieht an den anderen vorbei. So hat es (zumindest gefühlt) meistens in den letzten Jahrzehnten funktioniert. Irgendeiner kommt daher und baut ein Telefon nicht wie ein Nokia und nicht wie ein Blackberry. Irgendeiner kommt daher, und das alte Geschäftsmodell verfällt.

    Heutzutage gibt es immer mehr, die nicht nach einem Fünf-Jahresplan ihre Ziele und ihr Unternehmen aufbauen (ach, wie haben wir in den Achtzigern über die Planwirtschaft im WP gelästert. Heute machen es fast alle großen Konzerne so). Auf dem IOM Summit in Köln las ich einen treffenden Spruch (Quelle unbekannt), der ein neues Vorgehensmodell skizziert: Fail fast, fail often, fail cheap.

    Früher reichte es, ein Mal eine innovative Idee zu verfolgen und in hundert Jahren der Erste zu sein. Danach ruhten sich die Unternehmen oft aus und konzentrierten sich auf Effizienz. Effizient ist aber heutzutage jeder, aber viele sind nicht effektiv. Innovation kommt von allen möglichen und unmöglichen Seiten – eben auch aus anderen Wirtschaftssektoren, die **eigentlich** keine Konkurrenz sind. Deswegen sehe ich die beiden Zitate passend.

    1. Danke! Ich bin mir noch nicht ganz sicher, woher diese weit verbreitete Abwehrhaltung kommt.

      Es gehört doch nicht viel dazu um zu erkennen, dass digital immer schneller, billiger und oft auch einfacher ist als Alternativen aus den 80ern, oder?

      Sicher haben auch viele uns geglaubt, dass es die Glühbirne auch in 1000 Jahren noch geben wird. Dabei hätte ein kurzer Blick zurück, als man genauso von der Kerze dachte gereicht um zu wissen, dass Fortschritt immer und für alle Bereiche nicht zu bremsen ist.

Kommentar verfassen