Social Media Lemminge oder eben einfach nur Pinterest & Co

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Die letzten Tage sind mal wieder ein eindeutiger Beleg für die eingeschränkte Sichtweise vieler Social Media Experten oder vielleicht sogar einem großen Teil der Social Media Szene in Deutschland. Pinterest wird durch das Dorf getrieben als neuer Gamechanger, Next Big Thing und was weiß ich noch was. Nach welchen Kriterien gehen die Jungs und Mädels da eigentlich?

Reicht es einen Dienst so zu bauen, dass er möglichst viele „Freunde“ via Graph an den Dienst bindet oder ihnen erzählt wer schon alles da ist usw? Ist es genug, dass die 2 bis 3 relevanten News-Seiten in Deutschland das Thema als Top-Stoy posten? Wird man automatisch zum nächsten dicken Ding wenn man von Rocket Internet gleich mehrfach adaptiert wird?

Macht sich eigentlich niemand mal die Mühe die Hintergründe zu einem Dienst zu recherchieren? Ich persönlich werfe bei neuen Diensten generell immer einen Blick in Crunchbase. Im Falle von Pinterest zeigt mir die Datenbank dort u.a. folgendes:

  • gegründet 2008
  • knapp $40.000.000

Jetzt kommt man hier in Deutschland auf die Idee, das Ding mal medial fliegen zu lassen und die Mikrogesellschaft der „Early-Adopter“ lässt verlauten, dass man sich doch jetzt unbedingt auch dort heimisch fühlen soll. Pinterest soll angeblich alles verändern und bei richtiger Anwendung sogar gegen Haarausfall und Fußpilz helfen.

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7 Gedanken zu „Social Media Lemminge oder eben einfach nur Pinterest & Co

  1. Ich glaube, momentan wird alles euphorisch begrüßt, was kein Facebook ist. Es gibt allerdings durchaus differenzierte Betrachtungsweisen, etwa was Urheberrechtsfragen und das Geschäftsmodell angeht. Für allzu große Begeisterung sehe ich noch keinen Anlass, allerdings sollte man die Plattform auch nicht bewusst totschweigen – wie wär´s mit einer Vorstellung der Features und Kennzahlen, bitte immer gekoppelt mit dem Hinweis, dass man momentan noch einen Invite braucht, um überhaupt mitmachen zu können?
    LG
    Uwe

  2. Guter Artikel. Die Invites sind nur eine Pseudobarriere, aber die Verbreitung ist schon krass. Warum gerade jetzt? Habe ich auch keine Anwort drauf, klassische Hype-Spiral, sobald Social Media Gurus wie Gary Vaynerchuck (er nutzt Pinterest wirklich klasse!) und ein paar Celebs drauf sind, wird es gehyped ohne Ende.
    Und vielleicht haben wir auch endlich soweit, dass die Leute ausbrechen wollen aus ihrem bisherigen Surferlebnis. Neues ueber Google zu entdecken, funktioniert nicht. Da kommen solche Seiten gerade zur rechten Zeit!

  3. Jetzt hätte mich aber schon deine Begründung interessiert, warum du Pinterest für überhyped hälst. Spricht Crunchbase für oder gegen den Hype? Oder sagt das eigentlich gar nichts aus?

    1. Hi Marco, es geht mir ja nicht unbedingt um den Dienst an sich. Natürlich stelle ich mir die Frage, was denn hier nun sooo toll sein soll. Mein Artikel war vielmehr an die gerichtet, die in Pinterest nun sofort das nächste „Dicke Ding“ sehen. Es ist sicher hübsch aufgemacht, aber allein die Tatsache wie schnell man einen solchen Dienst kopieren kann, drängt die Frage nach der Innovation auf, oder?

  4. Das kommt ganz auf die Definition von Innovation an 😉 Nicht falsch verstehen, mir geht es da ganz ähnlich wie dir. Mir persönlich fehlt bei Pinterest einfach die Phantasie, was daran das Bahnbrechende sein soll. Das ist aber mehr so ein Bauchgefühl, für das ich keine echten Argumente parat habe. Deshalb war meine Frage ganz ernsthaft gemeint, ob du deine Kritik an bestimmten Punkten festmachen kannst.
    Das mediale Interesse ist natürlich offensichtlich: Pinterest geht nach Zugriffen durch die Decke, das ist ein Trend, über den man als Medium berichten kann/muss. Dass die Medien den Hype dadurch natürlich gleichzeitig selbst befeuern, ist klar.

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