Dusch mich, aber mach mich nicht nass!

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Next 11 berlin data love

In 10 Tagen findet in Berlin die NEXT11 statt. Wie in jedem Jahr hat man sich bei den Veranstaltern ein Motto ausgedacht, dass den Leitgedanken der zukünftigen Entwicklung der Internetindustrie deutlich machen soll.

Für 2011 lautet das Thema DATA LOVE

In einem Interview mit der HORIZONT macht der Initiator und Mitveranstalter Matthias Schrader deutlich, wie er das Motto verstanden haben möchte.

Sicher ziehen vielen bei Aussagen wie z.B.

„Wir müssen unverkrampfter über Daten diskutieren“

die Augenbrauen bis hinter die Ohren und der mahnende Zeigefinger erhebt sich, doch spricht Matthias Schrader nur das aus, was hier in Deutschland schon lange hätte Einzug erhalten müssen. Ein komplett anderes Verständnis wenn es um das Thema „meine Daten“ geht.

Die Reaktionen aus der Internetgemeinde sind für mich oftmals nicht mehr nachzuvollziehen. Auf der einen Seite lechzt jeder nach dem kleinsten Funken Aufmerksamkeit den er Dank der bösen bösen Datenkraken wie Facebook, Google & Co endlich bekommen kann und auf der anderen Seite wünscht man sich, dass man auf Knopfdruck zu jeder beliebigen Tags- und Nachzeit sich und seine Einträge im Internet unsichtbar machen kann.

 

Wenn möglich, soll die ganze Welt meine tollen Bilder von der Eisdiele um die Ecke sehen in die ich 3x mal die Woche einchecke. Aber auf keinen Fall soll der Seitenbetreiber die Information das ich wohl gerne Zitroneneis mag verarbeiten oder sogar an Dritte weitergeben.

Jeder hat so sein eigenes Bild was denn „private Daten“ sind. Meiner Meinung nach sind private Daten – und da halte ich es wie Eric Schmidt – Daten und Informationen von denen ich nicht möchte das sie außer mir (und vielleicht noch von mir ausgewählten Person) jemand zu sehen bekommt.

Halten wir uns doch bitte einmal vor Augen, dass die Gesetze die sich heute um den Umgang mit unseren Daten kümmern aus einer Zeit stammen in der Internet etwas zum Lesen war und nicht wie heute ein Medium das ich befüllen kann.

Wenn Verlage, Blogger und TV-Sender heute immer wieder die Frage aufgreifen warum wir z.B. den Amerikanern in Sachen Internetbusiness so hinterherlaufen, dann liegt das auch an der Tatsache, dass sobald wir hier in Deutschland Technologien nutzen oder vielleicht sogar entwickeln die mit Daten und Inhalten anderer arbeiten umgehend die Sittenwächter auf den Plan gerufen werden und man daran erinnert wird, dass so etwas natürlich nicht geht.

Wir jammern über die unglaubliche Informationsflut der wir Tag für Tag gegenüber stehen und wünschen uns nichts mehr als einen Dienst der die für mich relevanten Inhalte vorsortiert, filtert und mir mundgerecht das was übrig bleibt aufbereitet.

Wie dankbar wären wir, wenn wir nicht ständig die Änderungen in Kontaktdaten etc. unserer Netzwerkfreunde selbst kontrollieren müssten, sondern ein Service meine Adressdatenbank alleine auf den aktuellen Stand bringen würde. Dabei könnte es doch gleich Desktop und Mobil synchronisieren, oder?

Es gibt unzählige solcher Beispiele, aber wie bitte sollen solche Dinge gebaut werden ohne das man „private Daten“ im Sinne vieler verarbeitet?

Vielleicht hilft die NEXT11 dabei, dass Bewusstsein vieler ein wenig in eine andere Richtung zu lenken. Aktuelle Beiträge wie von Ibo und Robert sind mir ein wenig zu einseitig. Gerade wenn ich Dank der modernen Möglichkeiten des Internets meine Brötchen verdiene, sollte man dieses Thema vielleicht nicht ganz so monoton reiten.

In diesem Sinne freue ich mich auf zahlreiche „unverkrampfte“ Gespräche auf der NEXT11.

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