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Deutschland, Datenschutz und Impression-Management

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Dieser Beitrag stand schon sehr lange auf meiner ToDo-Liste und die Tweets zu Jeff Jarvis im Rahmen der re-publica 2010 in Berlin haben mir den letzten Kick gegeben in nun endlich zu schreiben.

Es ist für mich faszinierend, wie man hier in Deutschland das Thema Datenschutz nach belieben definiert und diskutiert. Mit mehr als 10 Jahren KnowHow über das was Menschen im Web antreibt, maße ich mir an zu behaupten, dass die die lautesten für strengere Richtlinien im Umgang mit den Online-Inhalten schreien auch diejenigen wären die härtesten darunter zu leiden hätten wenn es denn so käme.

Das Internet ist für alle eine wunderbare Sache. Es macht uns in gewisser Weise alle gleich

. Jeder erhält eine Bühne mit einem zig-Millionenpublikum. Manche von uns spielen nur kleine Akte, andere eine Nebenrolle doch eine sehr große Anzahl bewirbt sich tagtäglich um die Hauptrollen die im aktuellen Stück zu vergeben sind. Menschen mit einer guten Schreibe und / oder großer Klappe haben hier deutlich mehr Chancen einen temporären Platz an der Sonne zu bekommen als die reinen „Konsumenten“.

Machen wir uns doch nichts vor. Ein großer Teil von uns ist einfach nur geil darauf wenn andere auf einen abfahren (sorry, heute heißt das wohl retweeten). Es gibt uns für einen kleinen Moment das Gefühl beachtet und geschätzt zu werden… und dabei war es nicht mehr als ein Klick von jemandem der zu faul war eine News zu veröffentlichen.

Sätze wie zum Beispiel: „Was macht Facebook mit unseren Daten?“, „Ich will wissen was Google üb

er mich weiß und was sie damit machen“ oder „Wem gehört eigentlich mein Xing-Profil“ sind für

mich einfach nur ermüdent. Für können doch nicht ernsthaft für uns ins Anspruch nehmen, dass wir all diese tollen Dienste und Tag für Tag für unser Impression-Management nutzen dürfen ohne auch nur den geringsten Preis dafür zu zahlen.

Was wir dem Internet geben, machen wir zu jeder Zeit mit vollem Bewusstsein. Wir tun dies, weil wir genau in diesem Augenblick um Aufmerksamkeit betteln. Die Grenzen zwischen realem Leben und virtuellen Aktivitäten wird künftig nicht verschwinden … sie ist bereits nicht mehr vorhanden. So schnell es geht sollten wir alle verstehen, dass die Dinge die wir im realen Leben vor anderen verbergen, auch im Internet nichts verloren haben.

Wir brauchen keine strengeren Richtlinien in Sachen Datenschutz, wir brauchen alle nur unseren gesunden Menschenverstand bei den Dingen die wir tun … on- und offline.

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Image by re:publica10 via Flickr

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