Das Ende des Echtzeitwebs (?)

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Es ist erst knapp 2 Jahre her, als z.B. Sascha Lobo und die Medien ein Loblied auf das Echtzeit-Web gesunden haben. Nachrichten sind nur wenige Sekunden nach dem sie „passiert“ sind im Web zu finden. Wer vor Ort ist, kann „live“ sein Netzwerk mit nur wenigen Klicks über die aktuellen Ereignisse informieren und Bildmaterial wird nicht erst nachbearbeitet und katalogisiert, sondern direkt und ungeschönt im Netz verteilt.

Blickt man heute so in die Runde, könnte man der Meinung sein, dass das Ende des Echtzeit-Webs bevorsteht. Wie sonst könnte man sich das große Interesse und den aktuellen Erfolg eines Dienstes wie Buffer erklären? Haben wir aufgegeben den Informationsfluss bändigen zu wollen? Brauchen wir wirklich ein Tool welches uns zu bestimmten (manche sagen auch zu den idealen) Zeiten Meldungen im Netz zu verteilen?

Wenn dann auch noch Facebook eine Funktion launcht, die es Seitenbetreibern auf Facebook ermöglicht eine Statusmeldung in die Zukunft zu datieren ist es wohl wirklich an der Zeit mit Realtime & Co abzuschließen, oder?

Ich finde es persönlich sehr bedenklich, wenn wir jetzt versuchen mit technischen Möglichkeiten an der Uhr der Web-Postings zu drehen. Dinge geschehen dort eben dann wann sie eingestellt werden und nicht dann wenn jemand der Meinung ist den richtigen Zeitpunkt für mehr Sichtbarkeit gefunden zu haben.

 

5 Gedanken zu „Das Ende des Echtzeitwebs (?)

  1. Was hat das Echtzeitweb für mich als Konsument und ‚Erfahrer‘ mit der Produktionsumgebung des Produzenten zu tun? Weihnachtsmänner werden schließlich auch nicht zwei Tage vor Start des Weihnachtsverkaufes geplant oder produziert.

    1. Du meinst wir wollen gar keine Garantien, dass gepostete Meldung eine aktuelle Meinung oder Stimmung repräsentieren? Bzgl. Deinem Beispiel kann ich anmerken, dass ich mich unwohl fühle wenn ich kurz nach Neujahr bereits die Osterhasen in den Regalen der Discounter kaufen kann.

    2. Ich finde es auch schlimm, wenn ich kurz nach Weihnachten bereits Osterhasen im Regal sehe. Die Nutzung solcher Time-Shift-Tools ist für mich ein Zeichen der Niederlage gegenüber der Informationsflut.

  2. Äpfel und Ziegelsteine.

    Wenn ich mich zum Beispiel entscheide, eine Stunde vor einem Event eine Nachricht einzustellen zB mit der Adresse weil ich *weiss* das zu dem Zeitpunkt die Fragen kommen werden, welchen Mehrwehrt hat es dann, daß ich mich extra bemühen muß zu genau dem Zeitpunkt online zu sein um die Nachricht online stellen zu können – ich nehme an vortippen oder copy und paste ist auch verboten weil nicht authentisch?

    Es ist besser, wenn ich jetzt (nachdem ich meine morgendliche Leserunde beendet habe und mich für X Nachrichten zum posten entschieden habe) alle X auf einmal raushause anstatt sie sinnvoll über einen längeren Zeitraum zu verteilen, insbesondere wenn es um einen Account geht, wo das Pubilkum regelmäßige Infos haben möchte in einem engen Zeitfenster und nicht alle zufällig einen morgen?

    Ich nehme an bei Euch gibt es auch keinen Gefrierschrank, keine vorbereiteten Zutaten in irgendeiner Form, sondern alles wird täglich from scratch produziert?

    Echtzeit-Web hat mit angeblichen Problemen wie Tools rund um Buffer oder scheduled Postings nichts zu tun.

    1. Um beim Bild zu bleiben, was schmeckt denn besser? Frisch gekocht auf den Tisch, oder frisch aufgetaut, ab in die Mikrowelle und rein in den Magen?
      Wie kommst Du denn zu der Annahme, dass ein Publikum gerne über den Tag verteilt Infos möchte? Wie findest (gerade) Du den idealen Zeitpunkt für Deine Leser wenn sie über den ganzen Erdball verteilt sind.

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